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Was wurde eigentlich aus der RalliSport-Challenge-Reihe?

Von Alex am 25. Februar 2026

Anfang der 2000er befand sich der virtuelle Rallysport auf einem absoluten Höhepunkt. Neben Genre-Primus Colin McRae Rally von Codemasters sorgten beispielsweise das simulationslastigere Richard Burns Rally oder das gegenteilig angelegte Tommi Mäkinen Rally für Aufsehen. Und das arcadige V-Rally oder das offizielle Spiel zur WRC, von Sony höchst selbst entwickelt, routierten in den Laufwerken. Doch damit nicht genug, gaben auch die schwedischen Entwickler von DICE ihren Offroad-Einstand. Später vor allem für Battlefield und seine gefühlt unzähligen Ableger bekannt, unternahmen die Ballerspielexperten einen durchaus beachtlichen Ausflug in die Vierradwelt. Die Rede ist natürlich von RalliSport Challenge und seinem direkten Nachfolger, die im Jahr 2002 respektive 2004 primär für die neue Xbox von Microsoft entwickelt wurden und somit in direkte Konkurrenz zu den oben genannten Titeln traten. Werfen wir also einen Blick zurück auf jene Pionierzeit der ersten Xbox-Generation.

RalliSport Challenge: Hitzige Vierradaction aus Schweden

Im Jahr 2002 erschien RalliSport Challenge und etablierte die neue Marke sofort im Spitzenfeld der Rennspiele. Mit 48 unterschiedlichen Strecken und ganzen 29 lizensierten Rally-Boliden bot das Spiel vom Start weg einen ordentlichen Umfang und überzeugte zudem mit weiterer Abwechslung im Bezug auf die Renntypen. Denn neben klassischen Etappen erwarteten den Spieler Bergrennen oder Special Stages, bei denen man im direkten Duell gegen einen anderen Kontrahenten antrat. Das Fahrgefühl wurde dabei sehr eingängig gestaltet, sodass eine gute Zugänglichkeit gewährleistet war. Mit diesem Komplettpaket legte DICE einen beachtlichen Erstling für die Reihe auf, und so war ein Nachfolger nur eine Frage der Zeit.

RalliSport Challenge 2: Größer, besser, schöner

Mit dem zweiten Teil, welcher passenderweise genau zwei Jahre später erschien, wechselte DICE überraschend die Game-Engine, was für einen grafischen Sprung zum besseren hin sorgte. Besonders in Punkto Beleuchtung konnte das Spiel neue Maßstäbe aufstellen und sah einfach nur phänomenal gut aus. Beim Umfang wurde ordentlich geliefert, denn nun standen 93 unterschiedliche Kurse und insgesamt 41 lizensierte Fahrzeuge aus vielen verschiedenen Kategorien zur Auswahl. Mit dabei waren damals aktuelle Boliden wie der Ford Focus WRC oder der legendäre Skoda Octavia WRC, aber ebenso Klassiker wie der MG Metro 6R4, Lancia 037 oder natürlich der Peugeot 205 T16 Evo 2. Und sogar Exoten wie der Ford GT70 wurden spielbar.

Wie schon im Vorgänger fanden sich neben normalen Rally-Stages zudem andere Disziplinen im Spiel, wie etwa Bergrennen, Rallycross oder die Special Stages. Mit gefahrenen Kilometern schaltete man zudem neue Lackierungsvarianten für die Boliden frei, was für Langzeitmotivation sorgen, aber bisweilen etwas in Arbeit ausarten konnte. Fantastisch war immer der freie Ansatz im Spiel, absolut jedes Auto auf jeder Strecke verwenden zu dürfen. Pfeilschnellen Rallycross-Stages mit Bergrennmonstern wie dem Audi Sport Quattro S1 Pikes Peak stand damit nichts mehr im Wege. Ergänzt wurde das gelungene Rundumpaket sogar noch durch spaßige Rennen auf zugefrorenen Eispisten der sogenannten Trophée Andros.

Hallo? RalliSport Challenge 3? Irgendjemand?

Mit den Traumwertungen, die die ersten beiden Spiele einfuhren, sollte ein Nachfolger doch eigentlich nur eine Frage der Zeit sein. Doch weit gefehlt, denn seit 2004 tat sich in dem Bereich leider nichts mehr. DICE wendete sich hauptsächlich der Battlefield-Reihe zu, die sich als wahre Cash Cow entpuppen sollte. Auch sonst übernahm niemand die Lizenz, um die qualitativ extrem hochwertige Rennspielserie weiterzuführen. Das Feld der Rally-Games wurde Codemasters und den WRC-Ablegern von Milestone und Kylotonn überlassen, während man sich mit Battlefield in direkter Konkurrenz zu Call of Duty begab. Letztendlich lag es an anderen Studios, zumindest die Tradition weiterzuführen, und so kann der Rally-Adventure-DLC von Forza Horizon 5 beispielsweise als geistiger Nachfolger angesehen werden. Aber wer weiß: Im aktuellen Remaster- und Remake-Hype zahlreicher Entwickler könnte doch vielleicht auch mal RalliSport Challenge an die Startlinie gehen. Denn klar ist: Qualität altert meistens gut.